Über uns

Was uns wichtig ist

Der Verein Integro e.V. kümmert sich um Jugendhilfe für besonders Bedürftige (Flüchtlinge, Zuwanderer und Menschen mit Migrationshintergrund bzw. Bildungsferne mit und ohne Migrationshintergrund) in Bezug auf

  • Integration
  • Hinführung zur Berufsausbildung.

Vereinsziel ist es, für mehr Gerechtigkeit für  Bildungsferne mit und ohne Migrationshintergrund (s.o.) in der Gesellschaft zu sorgen und Vielfalt, Toleranz und Offenheit als Grundsätze unserer Arbeit zu leben.

Nach Deutschunterricht und Mittelschulabschluss ist der nächste wichtige Schritt zu bewältigen, der Sprung in Ausbildung und Arbeitsmarkt.

Zur Teilhabe gehört wesentlich die Integration in den Arbeitsmarkt. Ohne Geld und Arbeit ist die Teilhabe und Integration in die Gesellschaft nicht möglich, zumal gerade Flüchtlinge oft isoliert in Gemeinschaftsquartieren leben. Aber auch für viele in Deutschland aufgewachsene Jugendliche mit Migrationshintergrund ist es nicht immer leicht, einen Ausbildungsplatz zu findenund auch deutsche Kinder, die infolge schwieriger Umstände bildungsfern sind haben ebenfalls oft große Schwierigkeiten, sich in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren.

Wir entwickeln uns stetig weiter!

Das strebt integro e.V. mit seinen qualifizierten und engagierten MitarbeiterInnen an. Wir handeln entsprechend einem teilnehmerorientierten Ansatz und arbeiten mit hoher Eigenverantwortung und entsprechenden Entscheidungskompetenzen. Im gemeinnützigen Verein integro sind schnelle Entscheidungen möglich, und Erfahrungen aus der Praxis werden zeitnah in neue Konzepte eingearbeitet.

Fitmachen der Jugendlichen für den Start ins Ausbildungs- und Berufsleben durch

  • Durchführung von Kursen zur Profilbildung und Hinführung auf Ausbildung
  • Bewerbungstraining
  • Einzelunterstützung durch ehrenamtliche Ausbildungslotsen in der Findungsphase und Unterstützung bei der Zusammenstellung relevanter Unterlagen (z.B. Bewerbermappen)
  • Realszenarien von Vorstellungsgesprächen (z.B. durch Einladung von Firmenvertretern, denen sich die Jugendlichen vorstellen sollen)

Aufbau eines Mentoren- und Patenschaftssystems zur kontinuierlichen Begleitung der Jugendlichen auf dem Weg von der Schule in die Ausbildung bzw. in den Beruf

  • Kontinuierliche Gewinnung von ehremamtlischen Mentoren („Ausbildungslotsen“) zur individuellen Unterstützung der Jugendlichen
  • Aufbau eines Patenschaftsystems aus ehemaligen Teilnehmer/innen im zweiten Ausbildungsjahr zur Unterstützung der nächsten Teilnehmer
  • Schulungsangebot für Mentoren und Paten in interkultureller Kommunikation sowie in rechtlichen und organisatorischen Fragen
  • Koordinierung und kontinuierliche Unterstützung der Arbeit der Ehrenamtlichen z. B. durch Austauschtreffen, Infoveranstaltungen, Beratung
  • Intensivierung der bereits bestehenden Kooperation mit vorhandenen Bildungsnetzen in Form von gemeinsamen Veranstaltungen und Workshops.
Team

Dr. Jutta Thinesse-Demel: Geschäftsführerin

Freie TrainerInnen für Qualifizierungsmaßnamen und interkulturelle Trainings

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Warum wir uns engagieren

Xue Yang, 2. Vorsitzende integro e.V., Hypo Vereinsbank, München

Als 2. Vorsitzende des Vereins „Integro“ ist das Flüchtlingsthema ein Persönliches. Ich selbst stamme aus einer Provinz in Südchina, in welcher meine eigene Familie in Zeiten der Kulturrevolution oftmals Hunger leiden musste. Chinas Aufstieg der letzten 30 Jahre hat meine Geschichte erst möglich gemacht. Doch auch als ich 2001 als Stipendiatin nach Deutschland gekommen bin, habe ich viele der Probleme zu bewältigen gehabt, vor denen heute auch die Flüchtlinge stehen. Die sehr schwere deutsche Sprache, die – auf den 1. Blick – große Gefühlskälte der Deutschen, die aufreibende Bürokratie für Nicht-EU-Bürger und, ja leider auch allzu oft, die offensichtliche Ausgrenzung, die einem von vielen Deutschen entgegenschlägt. All diese Dinge haben mich dazu bewegt, mich stärker dem Thema Flüchtlinge zu widmen – insbesondere weil ein Flüchtling aus Syrien noch wesentlich schlechtere Chancen hat als ich sie damals hatte.

Michael Demel, Vereinsmitglied, Commerzbank, Frankfurt

Millionen Menschen sind auf der Flucht aus ihrer Heimat. Sie fliehen durch Kriegsgebiete, durchqueren Wüsten, setzen über das Mittelmeer, und auf jeder Etappe wird die Gruppe an Überlebenden kleiner. Hunderttausende sind auf diesen Wegen in den letzten Jahren bereits gestorben – und doch kommen heute mehr als jemals zuvor. Genauso wie vor 70 Jahren sind die Menschen die ihre oftmals Jahre lange Reise erfolgreich in Deutschland beenden, voller Elan und unbändigem Willen, sich ein neues, friedliches Leben aufzubauen.

Wenn es etwas gibt, was fast jeden Flüchtling auszeichnet, ist es ein extremer Wille und daraus entstehender Fleiß, die wenigen Chancen in der neuen Umgebung zu nutzen. Auf ihrer Reise ins Unbekannte erlernten diese Menschen zusätzliche Fertigkeiten: Ein klarer Kopf – auch in Drucksituationen, eine große Eigenständigkeit, die Fähigkeit zu priorisieren und die Gabe, Lösungen finden zu müssen. All diese Fähigkeiten, ohne die die die meisten niemals an ihr Ziel gekommen wären schmieden bereits für sich genommen einen Arbeitnehmer, der seinem Unternehmen vieles geben kann.

Dennoch gibt es viele leistungsstarke und motivierte junge Menschen mit Migrationshintergrund (Flüchtlinge inklusive), die keinen Ausbildungs- und Arbeitsplatz finden. Interkulturelle Unterschiede, sprachliche Schwierigkeiten, Unverständnis gegenüber dem dualen System in Deutschland und unterschiedliche Erwartungen bezüglich SoftSkills  können nur überwunden werden, wenn die Wünsche und Vorstellungen beider Seiten überprüft werden. Zudem braucht es eine Schärfung der Profile analog ihrer Fähigkeiten und Stärken. Darum will sich der gemeinnützige Verein Integro kümmern.